GLOBAL SPIRIT WORLD TOUR | { DEPECHE MODE live at DRESDEN 07.06.2017 - Rinne Dresden Open Air Gelände . }





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Nur anderthalb Wochen nach meinem ersten Konzert der Global Spirit Tour 2017 von Depeche Mode in Leipzig stand bereits ein weiteres an:



Mein insgesamt seit 2006 nun siebtes Konzert führte mich zum dritten Mal in meine Heimat Dresden. Bisher hatte ich die Jungs zwei Mal in der Messehalle erlebt, 2006 und 2014, diesmal schauten sie in der Flutrinne, die sich direkt vor dem Messegelände befindet, vorbei. Es handelte sich um ein Zusatzkonzert, denn Leipzig war viel zu schnell ausverkauft. 
Bessere Pre- und Post-Geburtstagsgeschenke hätte ich mir nicht wünschen können ...

Zum erst zweiten Mal überhaupt war ich im Besitz von Karten für den Front of Stage 1 - Bereich, also direkt vor der Bühne. Dass es mit einer ersten Reihe nix wird, war mir jedoch von vornherein klar. Ich liebe Depeche Mode nach wie vor und es gibt kaum einen Ort auf dieser Welt, an dem ich mich so lebendig wie auf Depeche Mode-Konzerten fühle, aber die Hysterie meiner Jugendzeit hat sich ein wenig gelegt. Ich vergöttere sie nicht mehr so sehr, sondern genieße sie inzwischen mehr ... vielleicht liegt es auch daran, dass ich älter geworden bin. ;-) Jedenfalls sind es für mich auch nur Menschen und eben nicht mehr nur mein Lebensinhalt. Im Gegensatz zu vielen anderen Anhängern des Black Swarms ... Um in der ersten Reihe stehen zu können, hätte ich bereits ab 7.00 Uhr morgens am Konzertgelände sein müssen (kein Scherz), obwohl das Konzert erst gegen 20.45 Uhr beginnen sollte. Da es aber sowieso immer irgendwelche VIP- oder Early-Entry-Karteninhaber gibt, die meist eher rein dürfen und ich bezweifelte, dass mein Kreislauf bis abends und dann auch noch das Konzert über durchhalten würde, war dies keine Option für mich.



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So fuhr ich am großen Tag sogar erst einmal in die entgegengesetzte Richtung, nämlich an die Uni. Kurz nach dem Mittag ging es heim, um mich fertig zu machen und dann mit dem Zug nach Dresden. Das Konzertticket galt auch als Fahrkarte für den Öffentlichen Nahverkehr und so dauerte es nicht lang, bis ich mit dem Schaffner ins Gespräch kam, der Konzerttickets für Berlin hatte und am Abend aber auch gern dabei gewesen wäre. Er lies es sich nicht nehmen, mir drei Mal viel Spaß beim Konzert zu wünschen, auch noch als wir schon längst in Dresden angekommen waren.

In Dresden traf ich mich am Hauptbahnhof mit meiner Konzertbegleitung. Das Auto hatten wir am Morgen in der Nähe des Hauptbahnhofs geparkt. Denn in der Umgebung des Konzertgeländes würden keine Parkplätze zur Verfügung stehen, weiterhin sollte das Gebiet großflächig abgesperrt werden, auch mit gepanzerten Fahrzeugen und Polizisten mit Maschinengewehren, aufgrund der Anschläge in Manchester und am Abend des Depeche Mode Konzertes in London.

Mit der Straßenbahn 10, die verkürzt verkehrte, ging es dann so nah wie möglich an die Flutrinne heran. Das coole war, dass die Dresdner Verkehrsbetriebe tatsächlich Depeche Mode als Haltestelle in ihre Systeme eingepflegt hatten. 
Die Fahrt mit der Straßenbahn war trotz Überfüllung ganz entspannt, nicht vergleichbar mit der Situation in Leipzig zuvor. Ab der Endhaltestelle ging es dann zu Fuß immer näher an das Konzertgelände heran, auch hier waren alle sehr entspannt.


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Als die Flutrinne schon in Sichtweite gerückt war, fing es plötzlich an mit einem Graupelschauer und Regen. Gott sei dank hatten wir Regencapes dabei, jedoch war es, vollbepackt wie wir waren, gar nicht so einfach, die Regencapes anzuziehen. Wir wurden so sehr vom Regen überrascht, dass mein Kopf aus dem Ärmel schaute, anstatt aus dem Loch mit der Kapuze ... ;-)
Nach einem kurzen Schreck und ernsten Bedenken, ob das Konzert nun in strömendem Regen stattfinden würde, hörte es aber auch schon wieder auf mit Regnen. Am Himmel sollte ein Regenbogen erscheinen ...

Auf der Brücke Richtung Messegelände gab es die ersten Polizisten und Einlasskontrollen, auch Konzerttickets zum Schnäppchenpreis konnte man hier noch ergattern, wenn man sie denn brauchte. Angeblich fasst die Flutrinne bis zu 90.000 Personen. Über die genaue Anzahl der Konzertbesucher an diesem Tag waren sich Fans und Medien lang uneinig. Erst hieß es 70.000, dann 50.000, 45.000 und schließlich 30.000, wobei ich eher das Gefühl hatte, dass wie in Leipzig ebenfalls 70.000 Fans da waren. Ausverkauft, so wie Leipzig, war Dresden also nicht.

Wir waren ziemlich spät am Einlass. Dieser hatte bereits 17 Uhr begonnen. Wir waren wohl irgendwann nach 18 Uhr da und schauten vorher sogar noch an einem Merchandising-Stand vorbei. Obwohl ich unbedingt eine Strickjacke, eine Mütze und eine Tasche von Depeche Mode haben wollte, kaufte ich diesmal nichts, denn die Strickjacke zum Beispiel hätte 70 Euro gekostet und ich habe noch eine aus Barcelona von der letzten Tour, die mir persönlich besser gefällt. Schnell deckten wir uns auch noch mit dem dritten und letzten fehlenden Getränkebecher mit Depeche Mode-Aufdruck, der mir in meiner Sammlung noch fehlte, ein und gingen dann endlich mal durch die Sicherheitskontrolle. Wieder wurden wir abgetastet und Taschen durchsucht, Metalldetektoren kamen aber nicht zum Einsatz. Hier muss erwähnt werden, dass das Event in Dresden viel besser als in Leipzig organisiert war, es waren viel mehr Polizisten anwesend, auch auf dem Gelände sichtbar und ich fühlte mich dadurch schnell sehr sicher, was in Leipzig nicht wirklich der Fall war. Auch Imbiss- und Getränkestände waren gut erreichbar und über das Gelände verteilt, ich musste nicht einmal eine Minute warten, um ein Wasser zu bekommen, in Leipzig hatte dies 30 Minuten und bei vielen Anderen sogar bis zwei Stunden gedauert.


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Da wir in Leipzig eigentlich zu weit rechts standen und somit die Videoprojektionen im Bühnenhintergrund nicht sehen konnten, entschloss ich mich, so wie eigentlich bei allen anderen Konzerten zuvor auch, mich links vor die Bühne zu stellen, um auf der Seite zu sein, auf der Martin Lee Gore immer steht.

Den Front of Stage 1 - Bereich fanden wir sofort und bekamen auch gleich unsere gelben Armbänder angelegt. Vor der Bühne hatte sich schon eine beträchtliche Traube an Fans gebildet, ich überlegte eine Weile, ob ich mich in die letzte Reihe des Bereichs stellen wollte, mit dem Rücken an den Wellenbrecher, entschied mich dann aber dagegen. Dies könnte mein letztes Depeche Mode-Konzert sein, oder zumindest würde ich wohl nie wieder so schnell an Front of Stage 1 - Karten kommen, und deshalb wollte ich so nah wie möglich an der Bühne stehen.
Wir standen dann also in etwa in der 10. Reihe vor der Bühne, ich konnte mich nicht erinnern, seit 2006 jemals so nah dran gewesen zu sein.

Die Zeit vertrieben wir uns mit Wasser trinken, in die untergehende Sonne schauen und mit einem sehr liebenswürdigen Pärchen vor uns zu quatschen. Ich hatte schon ein wenig Bedenken, ob ich den Abend durchhalten würde, denn Getränke holen, auf Toilette gehen oder Sitzen war nun nicht mehr drin, denn auch hinter uns stellten sich immer mehr Massen.
Als die Vorband THE HORRORS auf die Bühne kam, staunte ich nicht schlecht, wie nah ich wirklich an der Bühne war. Ich entschloss mich, den ganzen Abend über auf die Bühne zu schauen und nicht den Fehler zu machen, zu sehr auf Leinwände und Videoprojektionen zu achten.



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Irgendwann war die Vorband dann überstanden und Depeche Mode kamen wie in Leipzig gegen 20.45 Uhr auf die Bühne. Auch diesmal war die Stimmung noch recht verhalten im Publikum.
Dave trug diesmal anstatt eines roten Anzugs einen schwarzen mit Silber, dieser wirkte nicht ganz so schön, wie beim Konzert in Leipzig. Ehrlicher Weise muss ich auch gestehen, dass der Sound in Leipzig viel geiler war. Dort klang er noch genialer als von der CD, einfach episch, in Dresden eher blechern und verzerrt. Vielleicht lag dies aber auch daran, dass ich eben direkt vor der Bühne stand. Ich konnte es kaum glauben, wie nah ich an Dave und Martin war. Ich schaute ihnen die ganze Zeit fest in die Augen und hatte mehrmals das Gefühl, dass sie es bei mir auch taten. Diesmal konnte ich endlich die Videoprojektionen im Bühnenhintergrund sehen und auch dass Dave ab und zu mitten durch einen Gang innerhalb der Videoleinwand spazierte und sich wie auf  einem Thron selbst feierte.

Bei "In Your Room", einem meiner Lieblingssongs, hatte Dave einen Textaussetzer und lies dafür das Publikum einspringen, er konnte wohl selbst nicht so recht glauben, wie das geschehen konnte, denn er knallte sich mit der Hand gegen den Kopf ... ;-)

Mitten im Song "Somebody" von Martin Lee Gore, fing es an zu regnen. Es war, als ob der Himmel weinen würde, denn es regnete nur bei diesem einen Song, der wohl Jedem so wahnsinnig viel bedeutet.



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Änderungen in der Setlist gab es keine. Diesbezüglich war ich schon enttäuscht, immerhin hatte dies noch bei der letzten Tour für große Überraschungen gesorgt und ich dachte schon, dass sie Songs zwischen Leipzig und Dresden variieren würde, leider war dies nicht der Fall.

Überhaupt war es etwas schade, dass zwischen beiden Konzerten nur anderthalb Woche lag. Wäre es zum Beispiel ein halbes Jahr gewesen, dann hätte man emotional viel länger von den Events zehren können und hätte natürlich auch länger etwas gehabt, um sich darauf zu freuen. So sind meine beiden Konzerte leider schon wieder vorbei.

Stimmungsmäßig empfand ich es viel besser als in Leipzig, aber ich muss auch zugeben, dass ich es zwar genoss, so nah an Depeche Mode dran zu sein, aber ich mich diesmal nicht so richtig gehen lassen konnte und mich die Jungs auch nicht so recht abholen konnten. Gänsehaut hatte ich keine. Der Funken wollte einfach nicht so recht überspringen. Ich empfand den Abend nicht so emotional wie in Leipzig, wo ich sogar die ein oder andere Träne verdrückte.

Auch Depeche Mode selbst empfand ich in Leipzig viel gelöster, dort kam es so rüber, als ob sie wirklich große Lust und Spaß hätten, als ob der Abend für sie ebenso etwas Besonderes wäre. In Dresden wirkten sie wieder so verkrampft wie bei der letzten Tour, Dave wirkte erschöpft und auch seine Stimme klang nicht so rein wie in Leipzig. Vielleicht hat dies auch viel mit meinem Standort beim Konzert oder meiner eigenen Tagesverfassung zu tun, aber so habe ich beide Events empfunden.


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Nichts desto trotz war es ein grandioser Abend, der sich einreiht in die schönsten Erlebnisse meines Lebens und an den ich mich bis zuletzt zurück erinnern werde.

Nach dem Konzertende erfolgte das Verlassen des Geländes und die anschließende Fahrt mit der Tram ebenfalls völlig tiefenentspannt und ohne Drängeleien wie zuvor in Leipzig.

Zuhause waren wir wohl irgendwann nach 01.00 Uhr.

Obwohl ich es mir anders gewünscht hätte, aber irgendwie kann ich nicht mehr so lang von dem Erlebten zehren wie früher manchmal. Mittlerweile fühlt sich das Erlebte schon wieder so surreal, so weit weg an, dass ich es mir immer anhand meiner Videos und Fotos wieder begreifbar machen muss. Es ist ein komisches Gefühl, dass ich nun kein Depeche Mode-Konzert mehr vor mir habe, Man weiß ja nie, ob und wann es noch einmal eine Tour geben wird. Ich hoffe aber auf ein paar Termine im Winter. Schön wäre, wenn sie noch einmal auf Hallentour kämen, in etwas kleinere und intimere Atmosphäre und am liebsten nach Dresden natürlich.



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Und was lernen wir daraus?

Dass es manchmal vielleicht doch besser ist, wenn man nur ein Konzert besucht, da dieses dadurch immer etwas ganz Besonderes sein wird, und man sich dessen Magie lang bewahren kann.

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