GLOBAL SPIRIT WORLD TOUR | { DEPECHE MODE live at LEIPZIG 27.05.2017 - Festwiese . }






­čĺź



Seit dem 12.02.2014, an dem ich Depeche Mode zum f├╝nften Mal live bei ihrer Delta Machine World Tour in der Messehalle in Dresden erlebte, habe ich sehnlichst darauf gewartet, die Jungs endlich wieder live erleben zu k├Ânnen.


Es war gar nicht so einfach, an vern├╝nftige Tickets zu kommen, Front of Stage - Tickets sind n├Ąmlich meist schon innerhalb der ersten paar Sekunden nach Verkaufsstart ausverkauft. Diesmal versuchte ich es gar nicht erst bei einem bekannten Ticketanbieter, mit dem ich in der Vergangenheit keine guten Erfahrungen gemacht habe, sondern w├Ąhlte einen anderen. Nachdem ich Front of Stage 1 - Tickets im Warenkorb hatte und diese wieder verlor, weil ich meine Zahlungsdaten noch verifizieren musste und das einfach zu lang dauerte, reichte es Gott sei dank noch f├╝r Front of Stage 2 - Karten. Die Konzerttickets warteten nun schon seit November 2016 sehnlichst darauf eingel├Âst zu werden.

Nachdem bei mir privat so Einiges im neuen Jahr anstand, blieb kaum Zeit, f├╝r gro├če Vorfreude oder Aufgeregt sein. Bis zuletzt stand nicht fest, ob ich ├╝berhaupt zum Konzert fahren kann. Nur verkaufen wollte ich meine Tickets auch nicht, daf├╝r waren sie mir zu wertvoll und ich wollte eben alles daf├╝r geben, um doch dabei sein zu k├Ânnen. Zur Not w├Ąre ich im letzten Moment mit dem Zug angereist und h├Ątte die Nacht darauf auf dem Hauptbahnhof ├╝bernachtet.

Depeche Mode habe ich schon zwei Mal live in Leipzig erlebt, 2009 bei ihrer Tour of the Universe und 2013 zur Delta Machine Tour im Zentralstadion/ Red Bull Arena, damals im Stehplatz-Bereich und gemeinsam mit rund 43.000 Anh├Ąngern aus dem Black Swarm.
Beide Male bin ich mit meiner Begleitung mit dem Auto angereist und damals konnte man direkt am Stadion parken. Beim letzten Mal wollten wir erst nachmittags los fahren, nachdem wir aber geh├Ârt hatten, dass das Waldstrassenviertel bereits gegen 16 Uhr gesperrt werden soll, fuhren wir doch schon gegen 12.30 Uhr los und hatten keine Probleme dabei, mit dem Auto bis auf den Parkplatz am Stadion zu kommen. Ab da an hie├č es dann stundenlang in der Sonne bruzeln, bis am Abend gegen 21 Uhr das Konzert dann los gehen w├╝rde.



­čĺź



Diesmal sollte es ebenfalls ein super hei├čer Tag werden, mit ├╝ber 30 Grad. Ich wusste, dass An- und Abreise und das Warten auf das Konzert schon anstrengend genug werden w├╝rden und da ich mit Front of Stage 2 - Karten keine Chance mehr darauf hatte, in den ersten Reihen vor der B├╝hne zu stehen, bei diesmal 70.000 Zuschauern sowieso ein fast aussichtsloses Unterfangen, wollte ich es ruhig angehen lassen und nicht schon stundenlang vorher f├╝r die besten Pl├Ątze an der Location sein, zum Preis, dass ich dann w├Ąhrend des Konzerts mit Kreislauf-Problemen zu k├Ąmpfen haben w├╝rde (so wie schon oft in der Vergangenheit geschehen).

Der Anschlag bei einem Konzert in Manchester nur wenige Tage zuvor erh├Âhte allerdings die Sicherheitsanforderungen, sodass die gesamte Umgebung der Festwiese in Leipzig bereits ab 10 Uhr morgens f├╝r den Durchgangsverkehr und selbst f├╝r Anwohner gesperrt werden w├╝rde, parken direkt an der Festwiese, die sich gleich neben der Red Bull Arena befindet, w├╝rde also nicht mehr m├Âglich sein.

Da das Konzert an einem Samstag statt fand und in und um Leipzig noch zahlreiche andere Gro├č-Veranstaltungen, so gestaltete sich meine An- und Abreise-Planung gar nicht so einfach. Schlie├člich entschied ich mich daf├╝r, das Auto an der Messe stehen zu lassen, um dann mit extra eingesetzten Sonder-Strassenbahnen direkt zur Festwiese zu fahren.

Wir wussten, dass an der Messe nur circa 6.000 Parkpl├Ątze zur Verf├╝gung stehen w├╝rden und ich rechnete sp├Ątestens am Mittag mit einem Verkehrschaos auf der Autobahn, sodass wir uns entschieden bereits 10 Uhr morgens Zuhause bei Dresden los zu fahren. Morgens wurden die K├╝hltaschen mit reichlich Verpflegung gepackt und die Haut noch einmal kr├Ąftig mit Sonnencreme eingecremt und dann ging es los.

Da unser Auto recht klein ist und eigentlich ein Fall f├╝r die Werkstatt war, lie├čen wir uns mit der Anreise Zeit und nutzten fast durchg├Ąngig die rechte Spur auf der Autobahn, sorry, falls wir f├╝r den ein oder anderen ein Hindernis waren. Wir machten eine kurze Pause an einer Rastst├Ątte und bereits dort war der gesamte Parkplatz mit Depeche Mode-Fans gef├╝llt. Es ist ein unglaubliches Gef├╝hl, wenn die gesamte Autobahn mit Menschen voll ist, die das eine gemeinsame Ziel eines einmaligen Konzerts haben und die gleiche Leidenschaft teilen.

Es f├╝hlte sich wie das nach Hause kommen nach einer langen Reise an ... einer drei Jahre langen Reise, um genauer zu sein.



­čĺź



Die Anreise gestaltete sich als unproblematisch, sodass wir nach circa zwei Stunden auf dem Parkplatz an der Messe ankamen. Wir waren wohl die Ersten dort.
Nachdem die Anreise also geschafft und wir zumindest schon einmal in Leipzig waren, entschlossen wir uns daf├╝r, auf dem Parkplatz statt an der Location zu warten. Einlass sollte erst 16.30 Uhr sein und so hatten wir noch ├╝ber vier Stunden Zeit. Wir picknickten auf einer Decke neben unserem Auto im Schatten und unter den B├Ąumen. Nachdem die Zeit des Einlasses immer n├Ąher r├╝ckte, machten wir uns schlie├člich zu Fu├č auf den Weg zur Strassenbahnhaltestelle, entschlossen uns dann aber doch noch etwas l├Ąnger an dem Wasserbecken an der Messe unter B├Ąumen im Schatten zu bleiben. Fast kam Urlaubsstimmung auf ...



­čĺź



Gegen 17 Uhr, also nachdem der Einlass schon seit einer halben Stunde am laufen war, machten wir uns ab der Strassenbahnhaltestelle an der Messe mit der Tram auf zur Festwiese.
Dort hatten sich schon einige Tausend Fans eingefunden. Wir brauchten unseren letzten Proviant und Getr├Ąnke auf, beides war zum Event nicht erlaubt, und gingen durch Einlass und Sicherheitskontrollen. Es blieb beim Abtasten und Taschenkontrolle, Metalldetektoren kamen, entgegen den Ank├╝ndigungen, nicht zum Einsatz.

Drinnen spielten schon die Vorbands (The Horrors, F.O.X.), von denen ich aber nicht viel mit bekam. Sonst standen wir zu dieser Zeit schon l├Ąngst zwischen dem Massen, diesmal ging es erst noch zwei Mal zum Getr├Ąnkestand, schlie├člich mussten wir uns mit Wasser f├╝r das Konzert und den bedruckten Bechern mit Depeche Mode darauf (Sammelobjekt zu jeder Tour) eindecken. Die Getr├Ąnkeversorgung war allerdings eine Katastrophe, ich musste 30 Minuten darauf warten. Sp├Ąter sollte ich von Anderen lesen, dass sie bis zu zwei Stunden anstanden.

Da sich vor allem die Stehplatz-Karten-Inhaber schon an ihre Wunschpl├Ątze gestellt hatten, war bald kein Durchkommen mehr. Wir fanden den Eingang zu Front of Stage 1, dort konnte uns aber Keiner Infos bez├╝glich des Front of Stage 2 - Bereichs geben. Der lag in einer Art Innenring und nachdem sich rings herum die normalen Stehplatz-Karten-Inhaber gestellt hatten, war der nat├╝rlich nicht mehr zu sehen und zu finden. Erst nach einer guten halben Stunde, Falschinformationen von gut f├╝nf verschiedenen Stewards und einem mittleren Nervenzusammenbruch meinerseits - da ich mich nicht damit abfinden wollte, irgendwo ganz hinten zwischen den Massen zu stehen und Depeche Mode, wenn ├╝berhaupt, nur auf Videoleinwand zu sehen - sahen wir wohl so verzweifelt aus, dass wir schlie├člich von einem Steward pers├Ânlich zum Front of Stage 2  - Bereich gebracht wurden. Nachdem die Tickets entwertet wurden und wir endlich das lang ersehnte Armband trugen, konnte ich erleichtert und freudig feststellen, dass wir in der ersten Reihe nach dem Front of Stage 1 - Bereich direkt hinter dem Wellenbrecher stehen k├Ânnten. Wir standen schlie├člich rechts vor der B├╝hne, erh├Âht mit super Sicht und dem Wellenbrecher vor uns, an dem man sich festhalten konnte. Wir waren zwar schon mehrmals n├Ąher an der Band dran, aber die Festival-Atmosph├Ąre entsch├Ądigte f├╝r alles.

( Erst nach dem Konzert fiel mir sp├Ąter auf, dass wir aufgrund des schr├Ągen Winkels gar nicht die Video-Leinwand-Projektionen im Hintergrund der B├╝hne gesehen hatten. Ich empfand es aber nicht so schlimm, schlie├člich kann ich mir diese sicherlich auf der Live-DVD anschauen und in der Vergangenheit hatte ich schon einmal den Fehler gemacht, viel zu oft auf die Projektionen zu schauen, anstatt auf die Band selbst. )

Die ├╝brige Wartezeit verging recht schnell. ├ťblicherweise wird die Musik, je n├Ąher der Konzertbeginn r├╝ckt, immer fordernder, nur diesmal war die Stimmung noch etwas verhalten. Irgendwann gegen 20.30 Uhr traute ich dann meinen Augen kaum, denn dort kam tats├Ąchlich Dave hinter der B├╝hne die Treppe hinauf. Das ist der Vorteil,  wenn man schr├Ąg zur B├╝hne steht, man kann auch ein wenig sehen, was dahinter geschieht, Depeche Mode backstage, Stage Trucks oder den VIP-Bereich. Der Anblick von Dave blieb nat├╝rlich nicht unbemerkt, sodass die Menge in freudigen Jubel ausbrach.



­čĺź



├ťberraschender Weise kamen Depeche Mode schon gegen 20.45 Uhr auf die B├╝hne. Ich hatte erst 21 Uhr mit ihnen gerechnet und irgendwie ging alles so schnell, dass ich gar nicht realisieren konnte, dass sie da nach ├╝ber drei Jahren endlich wieder live und wahrhaftig vor mir standen.
Die Stimmung war noch recht verhalten und so bestaunte ich Dave im schwarzen Anzug mit roten Elementen und den extrem geilen Sound. Da waren sie also, Depeche Mode und sie klangen besser denn je. Der Sound, der absolute Wahnsinn. Alles war auf den Punkt und klang noch genialer als von der CD.

Hinter uns und einer schwarzen Masse aus 70.000 ging gerade dir Sonne unter und w├Ąhrend ein lauer Sommerwind wehte, tauchte die Abendsonne alles in ein unwirkliches, goldenes Licht.

Depeche Mode spielten erst ein paar Songs ihres neuen Albums Spirit, sodass die Stimmung weiterhin verhalten blieb, da die meisten wohl nur auf ihre Klassiker warteten. Schon der sechste Song war mit "In Your Room" einer meiner Lieblingssongs und wohl der erste Song ├╝berhaupt, den ich von Depeche Mode je geh├Ârt habe, im zarten Alter von 13 oder 14 Jahren. Den Song hatte ich zwar bereits zwei Mal live geh├Ârt, 2009 in Leipzig und 2014 in Barcelona, dennoch bekam ich sofort eine G├Ąnsehaut. Der Anblick der Massen hinter mir, die im goldenen Licht erstrahlten, der unfassbar geniale Sound und die freie Sicht auf Dave und Martin lie├čen mich nicht unber├╝hrt, sodass dann doch die Tr├Ąnen kullerten und mich Depeche Mode und die gesamte Atmosph├Ąre so richtig emotional gepackt hatten. Dazu trug sicherlich auch bei, dass ich zum ersten Mal, abgesehen von Barcelona 2014 als ich einen Sitzplatz hatte und dann sowieso nur stand, Platz zum Tanzen hatte, denn irgendwie war noch richtig viel Platz im Front of Stage-Bereich, hinter mir stand nur noch eine weitere Person in unmittelbarer N├Ąhe. Mein Tanzen trug sicherlich auch noch seinen Teil dazu bei, dass ich Depeche Mode und diesen Abend in jedem Element meines K├Ârpers sp├╝rte.

Der neunte Song war dann mit "Home" ein weiterer meiner Lieblingssongs, auch dieser war der zweite Song ├╝berhaupt, den ich jemals von Depeche Mode geh├Ârt hatte, und wohl ├╝ber Jahre in Endlos-Schleife. Auch diesen Song hatte ich bereits 2006 in Dresden und 2013 in Leipzig live geh├Ârt und trotzdem brannte sich dieser Moment f├╝r immer in meine Erinnerung ein. Als sp├Ąter auch noch "Stripped" folgte, was ich bisher nur einmal, 2009 in Leipzig, live geh├Ârt hatte war es endg├╝ltig um mich geschehen.

Die Sonne war untergegangen, Mond und Sterne erschienen, es blies weiterhin der laue Sommerwind bei Temperaturen an die 30 Grad und im Hintergrund, auf der gegen├╝ber liegenden Seite der B├╝hne tauchte ein Feuerwerk den Himmel in leuchtend bunte Farben. Depeche Mode spielten weitere Klassiker, sodass sie nun endg├╝ltig die Massen zum Kochen brachten. Der Anblick von rund 65.000 Menschen hinter mir lies ein Gef├╝hl von "Music for the Masses" und "101" in mir aufsteigen.

Selbst eine Fanaktion mit roten Luftballons gab es. Auch die Band realisierte, dass dieser Abend etwas ganz Besonderes war und man merkte ihnen an, dass sie riesen Freude hatten. Sie waren sichtlich gel├Âst, alte und neue Songs wurden in interessante Versionen gefasst, sodass selbst die Hymnen von Depeche Mode nicht immer gleich zu Beginn der Songs erkennbar waren. ( Ich hatte mir mit Absicht vorher nicht die Setlist angesehen, da ich mich ├╝berraschen lassen wollte, welche Songs ich live erleben w├╝rde. ) Nichts schien so z├Ąh, verkrampft und vorhersehbar wie noch bei der letzten Tour.


­čĺź



Dieser Abend ist einfach nicht mit Worten zu beschreiben, es war episch und eines dieser Erlebnisse im Leben, an die man bis zuletzt zur├╝ck denken wird, Depeche Mode waren besser denn je und sie gingen eine seltsame Symbiose mit dem Publikum ein. Uns allen war wohl bewusst, dass wir gerade eine Erinnerung f├╝r die Ewigkeit schafften. Am n├Ąchsten Tag w├╝rden die Medien und Fans von einem grandiosen Konzert, dem besten des letzten Jahrzehnts und wenn nicht sogar ├╝berhaupt sprechen.

Auch f├╝r mich war es seit Dresden 2006 mein bestes Konzert von Depeche Mode, wenn nicht sogar das sch├Ânste ├╝berhaupt und wie immer, wenn es am Sch├Ânsten ist, vergingen die zwei Stunden wie im Flug.


­čĺź



Zur├╝ck ging es dann, hypnotisiert vor Freude und Dankbarkeit Teil von etwas so Gro├čartigem gewesen zu sein, in einem Strom aus Massen zun├Ąchst in die Tram, dann zum Auto auf dem Messegel├Ąnde und von dort ├╝ber die Autobahn nach Hause. Ersch├Âpft, aber ├╝bergl├╝cklich lag ich dann gegen 3 Uhr morgens in meinem Bett und bestaunte noch Fotos und Videos vom Konzert.

Abgesehen vom Freilicht-Kino in Barcelona und Spielen des FC Barcelona, weiteren Depeche Mode-Konzerten und einiger anderer Erinnerungen habe ich mir nun also eine weitere geschaffen, die zu den sch├Ânsten meines Lebens z├Ąhlt.

Keine Kommentare:

Kommentar ver├Âffentlichen

Dear lovely reader,

thank you so much for your inspiration. I always try to come back to you here. In case of important questions concerning my blog and/or travel destinations, you are welcome to send me an email to: sussystreasures@gmail.com.

♥ Love, Sussy

INSTAGRAM