SILVER LININGS.





Wer von euch schon etwas länger meinem Blog folgt, der weiß, dass mein Start in Deutschland, nach 6 Jahren im Ausland alles Andere als einfach war ...


Doch irgendwann wurde es etwas besser und so entstand in mir die Hoffnung, dass sich alles fügen würde, dass ich nun endlich "warm" mit Deutschland würde und es zumindest schon irgendeinen Grund gäbe, weshalb ich nun hier bin. Ich versuchte mich nicht länger zu verschließen und alten Zeiten, beispielsweise in Barcelona, nach zu weinen, sondern mich zu öffnen und eben offen auf Andere zu zu gehen und neugierig zu sein, für alles, was da noch kommen mag. Ich versuchte, optimistisch durch die Tage zu gehen, das Glas immer halb voll, statt halb leer zu sehen. Und so gab es sie auch, die kleinen Lichtblicke am Horizont, die "Silver Linings". Es gab ein paar schöne Erlebnisse, ein paar wenige Menschen, die es schafften, bis in mein Herz vorzudringen. Und doch waren sie immer nur "ein paar", eher die Ausnahme.

Viel zu oft hatte ich das Gefühl, dass die Tage, Wochen und Monate unbedeutend an mir vorbei zogen. Unbedeutend. Vielleicht ist es das Wort, das es am treffendsten beschreibt. Unbedeutend. Ich lerne viel in Deutschland, an der Uni und habe viele Menschen kennengelernt, die mich beeindruckt haben, die, wie so wenige vor Ihnen, versuchen, das beste aus mir herauszuholen, mich weiterentwickeln und professionalisieren. Und dennoch fühle ich so gut wie nichts. Die meisten Menschen von ihnen sind mir gleichgültig. Sie bedeuten mir nichts. Meine Zeit, die ich hier verbringe, bedeutet mir nichts. Zeit. Sie ist so kostbar. Und nie zuvor hatte ich so sehr das Gefühl, dass sie mir nur so wie Sand durch die Finger rinnt, wie jetzt. Ich verliere Zeit.

Und nicht nur das. Bevor ich hier her kam, habe ich schon viel zu viel verloren. Abgesehen von materiellen Dingen, wie beispielsweise meinem schicken 2-Bed-Room-Apartment mit zwei Balkonen und Dachterrasse in Barcelona, auch immaterielle Dinge, wie vielleicht, ein großes Stück von mir und meiner Persönlichkeit, und natürlich habe ich auch wundervolle Menschen verloren, vielleicht die Liebe meines Lebens. Vielleicht ist ein Teil von mir immer noch bei ihnen. Vielleicht mein Herz. Vielleicht ist das der Grund, weshalb ich mich in Deutschland nur selten lächeln sehe. Vielleicht ist das der Grund, weshalb ich noch hier bin. Ich habe einfach schon zu viel aufzugeben und habe nun Angst davor, mir einzugestehen, dass dies umsonst geschah.

Vielleicht hätte ich schon längst gehen sollen. Müssen. Doch viel wichtiger ist der Schritt, dass ich endlich verstehe, dass es kein Zurück gibt. Ich kann nicht noch einmal der Mensch sein, der ich in Barcelona war. Ich kann nicht zu dem Menschen zurück, dem noch immer mein Herz gehört.








Ich kann nur nach Vorn. Und obwohl  nach Vorn gehen vielleicht bedeutet, Deutschland endlich den Rücken zu kehren, so bedeutet es eben auch, dass es kein Zurück nach Barcelona gibt. Kein Zurück zu den geliebten Menschen. Und vielleicht ist dies der Grund, weshalb ich den Schritt, Deutschland zu verlassen, bisher noch nicht gegangen bin. Es wäre ein Schritt, der mich von hier weg bringt, nach Vorn, aber eben auch gleichzeitig weg von meinem großen Glück, das ich in Barcelona fand.

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