LOST BETWEEN WORLDS | {Deep in the valley.}





"Friends may meet, but mountains never greet ... "



Ich fühle mich als hätte ich mich selbst verloren, irgendwo auf dem Weg von Barcelona nach Dresden. Mein Herz und meine Gedanken, Erinnerungen und Tagträume haben Barcelona nie verlassen, sind nie in Deutschland angekommen, wie es scheint. Zweieinhalb Jahre schon sind sie auf Reisen ... Wahrscheinlich fühle ich mich deshalb so unendlich müde und leer, weil eben nur meine Hülle hier ist, mein Herz aber auf dem Weg hierher irgendwo hängen geblieben ist. Manchmal fühle ich mich so, als existiere ich gar nicht richtig oder als wäre alles nur ein Traum ...




"Yea, though I walk through the valley of the shadow of death ... "




Irgendwo in Australien lebt eine junge Frau, meine Lieblingsfotografin und -bloggerin, der es momentan genau so geht. Die kommenden Wochen muss sie ihr geliebtes Heim mit riesen Holzterrasse und Blick über die Baumwipfel des Urwaldes irgendwo im australischen Regenwald zurücklassen, genau so wie ihre große Liebe ...
Irgendwo in Schweden ist eine Freundin, die auch eine schwere Zeit durchmacht.
Der Gedanke an beide beruhigt  ...

Und wie es eine Freundin dieser australischen Frau formuliert hat, es macht zwar manchmal Angst aber irgendwie ist alles auch ganz schön aufregend ... Angst und Hoffnung auf ein Ende des Tals und dem in Sichtweite Rücken eines neuen Horizonts brechen wie Wellen über mir zusammen, genau so wie die Gefühle von Herzschmerz und Vergessen.



Langsam beginne ich zu begreifen, weshalb Ende des vergangenen Jahres ein Mensch für wenige Wochen in mein Leben kam, mich verzauberte, um mich dann ohne Vorwarnung wieder zurückzulassen. Ich sollte lernen endlich loszulassen, ihn, aber auch eine Person, die seit drei Jahren in meinem Herzen wohnt. Erst jetzt begreife ich, dass ich beide gehen lassen muss. Das Seltsame ist, das beide in mein Leben kamen, als ich den Glauben an diese Magie verloren hatte. Und irgendwie ist es, als ob ein Teil des Einen im Anderen ist. Als hätte der Eine den Anderen geschickt, um "Lebe wohl" zu sagen. Es ist, als ob es so etwas wie Schicksal gibt, als ob es irgendwo Etwas oder Jemanden gibt, der über mich wacht. 



Wenn ich es könnte, so wäre ich wohl für immer und ewig "on the road", würde ständig an einem anderen Ort auf dieser Welt leben. Denn ein Zuhause habe ich nicht. Nicht mehr. Es gibt keinen Ort mehr auf dieser Welt, den ich "Zuhause" nennen würde, auch meine Heimat nicht. Egal, was ich momentan tue, ich bin zu allem distanziert, bin nie richtig in Deutschland angekommen, werde es auch nie, weil bereits jetzt fest steht, dass ich es wieder verlasse.

Wohin, das weiß ich selbst noch nicht so genau. Obwohl ich in Barcelona glücklich war und auch noch jetzt wohl mehr in Barcelona lebe als in Deutschland, so fühlt sich der Gedanke zurück nach Barcelona zu ziehen irgendwie falsch an ... Wenn ich dort genau so leben könnte, wie bis zum Herbst 2014, dann würde ich vermutlich zurückkehren. Aber das kann ich nicht ...

Und irgendwie ist da die Angst, dass ich den Absprung, Deutschland zu verlassen, verpasse. Dass ich hier irgendwann zu viele Freundschaften geschlossen habe, die mir den Abschied erschweren, dass ich irgendwann hier hängen bleibe, genau so träge bin, wie viele Menschen hier, dass mich Deutschland lähmt und die Angst vor einem Neuanfang im Ausland Überhand nimmt ...




Auch wenn mich oft Wolken der Angst umgeben, so weiß ich, dass am Ende alles gut wird, dass die Dinge geschehen, weil sie so geschehen müssen, weil sie meinem Leben eine neue Richtung geben, so wie auch damals das Hochwasser einmal durch mein Haus fließen musste, um mich nach Zypern zu bringen, einen Ort, an den ich schon im darauf folgenden Jahr zurück kehren und der viele Jahre später meine Heimat werden sollte ...



Dies ist eine andere Geschichte, von der ich euch ein anderes Mal berichten werde ...




Ich wünsche mir, dass ich aus diesem dunklen Tal eines Tages gestärkt hervor trete, mit der Gewissheit, dass alles ganz genau so kommen musste, damit mein Leben eine neue Richtung nimmt, die ich von allein wohl nie eingeschlagen hätte ...


Bei all dem bin ich schon ein wenig stolz auf mich, stolz darauf, dass ich nicht einfach aufgegeben habe und es auch jetzt nicht tue. Es wäre der einfache Weg gewesen. Ich weiß genau, was ich gemacht hätte, an welchem Ort ich jetzt wäre und dass ich dort ein Glück finden würde, das es für mich in dieser Art und Weise in Deutschland nie gab. Aber es wäre eben der einfache Weg, der der mich nicht stärker machen, der mich nicht auf die Herausforderungen vorbereiten würde, denen ich mich in meinem Leben noch stellen muss.












Bei all den Tälern, die ich in meinem Leben schon durchschritten habe, so weiß ich doch auch, dass er irgendwann wieder zu sehen ist, der Gipfel am Horizont und dass alles so wie es geschieht, seinen Sinn ergibt, dass sich am Ende alles von allein fügt und man versteht, weshalb es so kommen musste.





Vielleicht habe ich das ein oder andere Tal zu viel in meinem Leben durchschritten, den Horizont zu oft aus den Augen verloren. Dafür habe ich aber auch die schönsten Gipfel erklommen, Momente erlebt, die Anderen in einer solchen Intensität vielleicht nie vergönnt sind.



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