MINIMALISM | {My life after living out of only one suitcase | Almost 3 years later: Am I still a minimalist?}






Da war doch was, mit mir und dem Minimalismus ...




Ganz genau nachlesen könnt ihr das noch einmal HIER in meinem Post vom Juni 2016, darüber wie mich Barcelona lehrte aus nur einem Koffer zu leben ...

Als ich im Herbst 2014 nach drei Jahren Leben in Barcelona und insgesamt fast sieben Jahren Leben im Ausland zurück nach Deutschland kehrte, wartete hier ein voller Kleiderschrank auf mich, der sich zu meinem Kofferinhalt aus Barcelona gesellte. Ich nahm mir fest vor, die kommenden drei Jahre keine neue Kleidung mehr zu kaufen, um dann irgendwann Deutschland wieder mit nur einem Koffer Richtung Ausland verlassen zu können.




Doch warum eigentlich?



Zum Einen natürlich aus der Not heraus, denn in Zukunft würde ich Studentin ohne finanzielle Bezüge sein, allein von meinem Ersparten leben ...

Zum Anderen weil ich gemerkt hatte, dass, je mehr ich mir in Spanien von meinem Geld aus einem gut bezahlten Job kaufte, umso mehr wollte ich weiterhin konsumieren. Zum neuen Rock gehörte ein passendes Oberteil, dazu passende Ohrringe und Schuhe, ein Besuch beim Starfriseur aller zwei Wochen durfte natürlich auch nicht fehlen ... und so vieles mehr. Doch warum eigentlich? Je mehr ich konsumierte, umso weniger glücklich wurde ich.

Doch plötzlich war ich von Menschen umgeben, die tatsächlich aus nur einem Koffer lebten, die nur zwei paar Schuhe und Hemden etc, besaßen, die auf diese Weise schon in fast 20 Ländern gelebt hatten. Mit ihnen verbrachte ich Abende auf einer Picknickdecke und im Freilichtkino, am Bunker hoch über Barcelona mit atemberaubendem Blick über die Stadt oder beim "Water of Love - Picknick" im Park ... Auf diesem Weg sind meine schönsten und kostbarsten Erinnerungen entstanden - ohne viel Geld - und vor allem waren sie nicht materieller Art.

Ich hatte das Gefühl, dass, je weniger ich besaß, umso mehr konnte ich mich auf die wirklich wichtigen Momente im Leben konzentrieren, umso mehr war ich ganz bei mir und bei den Menschen, die mich umgaben und den wundervollen Erinnerungen, die wir zusammen erschufen.




Mittlerweile sind fast drei Jahre vergangen und ihr fragt euch vielleicht, wie es in der Zwischenzeit so ergangen ist, dem Minimalismus und mir.



Ich möchte ehrlich zu euch sein: Es gab da den einen Tag im Sommer vergangenes Jahr als ich nach Dresden fuhr und für mehrere hundert Euro Business-Kleidung kaufte, mehrere Blusen und einen Tellerrock. Ich habe also in gewisser Weise mit dem Minimalismus gebrochen...Schande über mich...In gewisser Weise aber auch nicht. Denn es blieb bei dieser gekauften Business-Kleidung, die nun brav und jungfräulich in einer Box in meinem Zimmer ruht und darauf wartet, erst in meinem nächsten Bürojob, zurück im Ausland ausgeführt zu werden ...

Mittlerweile könnte ich mir rein finanziell solche Ausflüge schon gar nicht mehr erlauben und so bin ich doch beruhigt, da ich weiß, dass ich zumindest in meinem nächsten Job kleidungstechnisch einen guten Eindruck hinterlassen kann.

Ansonsten hat sich tatsächlich kein weiteres Kleidungsstück, Accessoire oder Möbelstück zu meiner Sammlung gesellt.

Und auch sonst lebe ich minimalistisch, mache mir beispielsweise Essen und Getränke selbst für unterwegs, anstatt in der Mensa an der Uni zu essen oder schnell noch einen Kaffee beim Bäcker zu holen.




Eigentlich könnte ich doch glücklich darüber sein, oder?



Nun, irgendwie nicht wirklich. Denn in den vergangenen Wochen ist etwas passiert, das meine Welt ganz schön auf den Kopf gestellt hat und mich gewisser Maßen zu einem Neuanfang zwingt, dazu mein Zuhause hinter mir zu lassen ... Und das bedeutet eben auch, mich von gewissen Dingen, Möbelstücken, aber auch Erinnerungsstücken, zu trennen. Und irgendwie schmerzte mich der Gedanke und auch die Handlung, als ich dann damit begonnen hatte ...
Ich kann nicht verstehen, weshalb ich dann doch auf einmal so an materiellen Dingen hänge. Vielleicht, weil sie mich 20 Jahre meines Lebens begleitet haben, vielleicht, weil sie mich an meine wunderschöne Zeit auf Zypern oder in Spanien, vielleicht weil sie mich an eine alte Liebe erinnern ...
Irgendwie schmerzt es sie loszulassen ...

Auf der anderen Seite habe ich das Gefühl, dass sie mich hier eingeengt haben, dass all diese Dinge zu einer Person gehörten, die ich nun einmal nicht mehr bin, dass sie mich an Dinge erinnern, an die ich gar nicht mehr erinnert werden möchte ...




So schmerzlich wie es ist, sich von Dingen zu trennen, die Einen schon ein Leben lang begleiten, umso mehr ist es doch eine Chance, endlich abzuschließen und neu anzufangen.



Für mich persönlich ist es dann also doch ein großer Schritt zurück zum Minimalismus und ein weiterer kleiner Schritt auf meinem Weg zurück ins Ausland, in das ich auch weiterhin mit nur leichtem Gepäck, ganz ohne Souvenirs und Möbelstücke ziehen möchte, nur meine Kleidung, ein paar wenige Accessoires, Föhn, Glätteisen, Lockenstab, mein Laptop, Handy, Kamera und ein paar Skizzen- und Tagebücher ...




Das Wertvollste werden aber die Fotos und Videos auf meinem Laptop und auf diesem Blog, sowie die Erinnerungen in meinem Herzen sein ...



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