THE ART OF LETTING GO.




Dies ist die Fortsetzung zu meinem Journal-Eintrag

"The Beginning of a Goodbye Story |

{DEJA-VU: MEMORY KEEPER.}"

...




Wir haben uns die ganzen Ferien über nicht gesehen, zwei Wochen lang, für mich eine halbe Ewigkeit. Dafür war unser Wiedersehen umso schöner, allein, in einem Raum voller Menschen. So nah waren wir uns seit den unbeschwerten Wochen, in denen wir uns kennen lernten und alles noch viel zu leicht und unkompliziert war, noch nie. Und doch berührten wir uns kaum. Aber unsere Seelen taten es. Vielleicht waren wir uns zu nah. So nah, dass wir beide wohl insgeheim wussten, dass es von nun an besser wäre, Abschied von einander zu nehmen.


Wir haben uns wieder nicht mehr gesehen, wochenlang, so lang, dass ich mich fragte, ob wir uns überhaupt jemals wieder sehen würden. Und langsam begann ich zu realisieren, dass da, wenn überhaupt, nicht mehr viel Zeit ist, die wir uns sehen werden, die wir im Leben des Anderen sein werden.
Manchmal liege ich nachts wach und kann nicht schlafen, habe Angst vor dem Abschied. Und dennoch ist jeder Tag bereits ein kleiner Abschied, versuche ich das Ganze mit mir selbst, allein, auszumachen, dich jeden Tag ein kleines Stück gehen zu lassen, obwohl ich dich noch gar nicht richtig kennen gelernt habe. Es gibt eigentlich noch so viel, das ich von dir wissen, mit dir erleben will.

Möglichkeiten dazu vorher gab es viele, aber ich bewahrte Abstand, immer mit dem Wissen, dass dies keine Geschichte ist, in der es um mich geht. Und manchmal, wenn ich sehe, mit welchen Augen du ab und an Andere beobachtest, bin ich auch froh darüber, dass ich nicht an anderer Stelle bin, dass wir Freunde sind, wenn auch mit vielleicht etwas mehr Bedeutung, manchmal zu viel Nähe. Und doch ist das Ganze für mich real und auch ernst irgendwie. Ich meine, was ich fühle ist echt, auch wenn ich es nicht fühlen sollte.


Doch was dich angeht, so weiß ich nicht, ob das Ganze hier nicht einfach ein großes Abenteuer für dich ist, so wie mein Leben in Spanien es auch für mich einst war. Alles hier ist neu für dich, aufregend, auch wir sind es. Und du weißt eben, dass du, wenn du gehst, dieses Kapitel hinter dir lässt, es einfach beenden kannst, indem du in ein Flugzeug steigst.
Und so frag ich mich, ob auch nicht ich einfach nur ein weiterer Teil dieses großen Abenteuers bin, dass du dann einfach hinter dir lässt, und ob es hier noch mehr von diesen Abenteuern gibt.




Irgendwann hörte ich auf, mich auf die Tage zu freuen, an denen wir uns sehen würden. Denn irgendwann kamst du nicht mehr. Natürlich kann ich es dir nicht übel nehmen, denn ich selbst wäre wohl auch nicht da, wenn ich nicht müsste.
Ich begann irgendwann damit, dich bereits vor deiner Abreise gehen zu lassen, mich zu verabschieden, aus dir meine Vergangenheit zu machen, obwohl du eigentlich Gegenwart warst.


Manchmal frage ich mich, ob es auch bei uns so wird, dass der Abschied der einzige Moment sein wird, in dem wir uns so richtig nah sein werden. Manchmal, da möchte ich gar keinen Abschied. Weil ich weiß, dass ich dich dann gehen lassen muss, dass wir uns ab diesem Moment nie wieder sehen werden.
Und dann wiederum habe ich Angst davor, dass es erst gar keinen Abschied geben wird, dass wir irgendwann einfach aufhören werden, uns zu sehen (so wie es vielleicht bereits schon längst geschehen ist, ohne dass ich damals wusste, dass dies der Moment sein würde, in dem ich dich zum letzten Mal sehen würde) und du dann einfach irgendwann abreisen wirst. Immerhin weiß ich nicht einmal, wann das sein wird. Du reist nicht einfach ab, in eine fernere Stadt, oder an ein anderes Ende Deutschlands, nicht an einen anderen Ort in Europa. Nein, wenn du gehst, dann lässt du Deutschland, dann lässt du Europa hinter dir, dann gehst du bis an das andere Ende der Welt.





Ich bereue es nicht, dass wir uns kennen gelernt haben, obwohl es von vorn herein aussichtslos war.

Du und deine Magie, ihr habt mich einfach verzaubert.



Vielleicht ist es auch der Preis, den ich dafür zahlen muss, dass ich kein gewöhnliches Leben lebe, dass die Menschen mit der größten Magie immer nur für kurze Augenblicke in meinem Leben verweilen und sich unsere Wege immer viel zu schnell für immer trennen.
Dennoch möchte ich das für nichts in der Welt eintauschen, dafür sind diese Momente einfach zu kostbar.  <3



Vielleicht bist du also schon längst keine Gegenwart mehr, sondern eine weitere bittersüße Erinnerung ...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Dear lovely reader,

thank you so much for your inspiration. I always try to come back to you here. In case of important questions concerning my blog and/or travel destinations, you are welcome to send me an email to: sussystreasures@gmail.com.

♥ Love, Sussy

INSTAGRAM