LIFE LATELY #3 | {The small things & a countdown}.

by - Tuesday, October 11, 2016





Hallo, meine Lieben,


Nun neigen sich leider meine zweimonatigen endlos scheinenden und doch so kurzen Semesterferien schon wieder ihrem Ende zu. Ich war ja sehr euphorisch und hatte große Pläne, meine freie Zeit mit allem Möglichen auszufüllen. Um ehrlich zu sein, habe ich nur Weniges zu 100% geschafft, von dem, was ich mir vorgenommen habe, abgesehen von der Wandertour in der Sächsischen Schweiz (klick), dem Streichen der Gartenlaube, einem Babybesuch bei einer meiner besten Freundinnen und einem wundervollen Mädelstag in Dresden, gefüllt mit Shoppen (endlich habe ich super schicke Business-Kleidung, auch wenn sie wohl erst in drei Jahren zum Einsatz kommt), leckerem Essen und Getränken und fast sieben Stunden ununterbrochenem Updates unserer Neuigkeiten und Pläne. Alles andere habe ich maximal angefangen. Und obwohl ich schon längst ein schlechtes Gewissen habe, dass ich nicht mehr geschafft habe, vor allem für die Uni, so bin ich doch froh, dass ich mir vor allem ganz viel Zeit für mich genommen habe. Was hätte ich schon davon gehabt, wenn ich mich bereits in den Ferien total ausgepowert hätte und zum Semesterstart dann nicht fit wäre? Nichts, genau.
Und das nächste Semester hat es wirklich in sich, denn ich habe oft von 7.30 Uhr bis 19.30 Uhr Uni, das heißt für mich 4.30 Uhr aufstehen und 21.30 Uhr nach Hause kommen, da ich es ziemlich weit bis zu meiner Universitätsstadt habe und täglich pendel. Deshalb war es sicherlich nicht schlecht, zu relaxen, so langsam muss ich allerdings wieder fit werden. Denn ich laufe außerdem täglich mindestens 10 Kilometer zur Uni und zurück. (Das mache ich freiwillig, weil ich sonst Sport leider nicht in meinen vollen Alltag eingebaut bekomme.)





Ich war also sehr froh darüber, dass mein Wecker morgens nicht schon 04.30 Uhr zum Aufstehen klingelte und ich erst gegen 19 Uhr oder noch später wieder Zuhause war, sondern, dass ich einfach ausschlafen, in Ruhe Frühstücken und draußen auf der Terrasse im Grünen sitzen konnte, ohne Termindruck zu haben und in die Stadt fahren zu müssen. Meine Vormittage verbrachte ich sehr oft damit, meine Lieblings-Blogs zu lesen und neue zu entdecken (Ja, ich bin nicht nur Bloggerin, sondern auch fleißige Leserin von anderen, vor allem Reise- und Abenteuerblogs.) Während dem Semester habe ich dafür nämlich maximal nur Samstag morgens Zeit. Ich habe mich sehr von allem zurück gezogen, das brauchte ich irgendwie, um meine Akkus wieder aufzuladen. Es tat gut, Zeit zum Nachdenken zu haben oder einfach mal nicht nachdenken zu müssen, den Dingen ihren Lauf zu lassen und die Energie in einen selbst und nicht nur in andere Menschen und Projekte zu stecken.





Irgendwie ist auch dieses Jahr der Sommer an mir vorbei gezogen. Und so kommt es, dass ich vor über zwei Jahren zum letzten Mal Baden und am Strand war (klick), als ich noch in Barcelona lebte. Das bedeutet, dass ich bestimmt schon seit 10 Jahren nicht mehr im Freibad war. Nächsten Sommer lasse ich mir diese Chance dann allerdings nicht entgehen.
Dafür habe ich unzählige Male gegrillt und am Lagerfeuer gesessen, in die sternklare Nacht geschaut und Glühwürmchen beobachtet (klick).

Es ist schön, dass wir so von der Sonne und den letzten Sommermomenten verwöhnt wurden in diesem Jahr. Ich kenne das nur aus Barcelona, mit dem Unterschied, dass dort Sommer ununterbrochen zwischen Juni und Oktober ist (ich war dort aber auch schon im März und November baden.) Allerdings muss ich zugeben, dass ich hitzetechnisch im Sommer an meine Grenzen gestoßen bin. Insgeheim habe ich mir immer wieder gewünscht, in einem heißen Pott irgendwo in Islands rauer Natur zu sitzen. Damit bekam eine mögliche Zukunft in Barcelona zumindest klimatechnisch ein riesengroßes Fragezeichen.

Und als sich Ende September das Laub verfärbte und der Herbst mit seinen warmen Windböen Einzug hielt, war ich sogar zum ersten Mal Drachen steigen lassen, seit wohl 20 Jahren. Auch wenn Viele dies vielleicht für kindisch halten, so war es etwas, das ich schon seit sehr langer Zeit tun wollte. Und überhaupt ist mir das schnuppe, wenn ich dabei vielleicht von Anderen belächelt werde. Ich tue das, was mir Spaß macht und bloß, weil ich Ende 20 bin lasse ich mich auch von Niemandem aufhalten, mich an den kleinen Dingen des Lebens zu erfreuen.






Mein Leben ist gerade alles andere als spektakulär und blogtauglich. Es gibt keine Reisen nach Amsterdam, Barcelona, Island, die Malediven oder sonst wohin, von denen ich euch berichten kann. Und doch bin ich sehr zufrieden mit allem, so wie es ist. Ich erlebe ganz viele kleine Momente, die mit keinem Geld der Welt zu kaufen sind und die mich glücklich machen. Bewusst habe ich mir viel Zeit für mich selbst, für meine Großeltern, für meine Familie genommen. Ich habe zum ersten Mal seit langem das Gefühl, dass ich im Reinen mit mir selbst bin, dass ich unabhängig von anderen und ihren Gedanken, Meinungen und Lebenswegen bin, dass ich selbstbewusster und stärker bin. Und vielleicht bewahren mich diese ganzen Erfahrungen, die ich momentan so ganz ohne finanzielle Einkünfte und Mittel mache, irgendwann, wenn ich in die Geschäftswelt und das oberflächliche Leben in einer der europäischen Metropolen zurückkehre, davor abzuheben und mir selbst nicht mehr treu zu sein.



Denn mittlerweile gibt es so etwas wie einen unsichtbaren Countdown, der langsam aber stetig rückwärts tickend abläuft.




Ich habe inzwischen erfahren, dass ich wohl maximal nur noch bis  Herbst 2019 in Deutschland bleiben kann. Obwohl ich natürlich hoffe, dass ich Deutschland noch eher verlassen kann. Bis dahin muss ich eine Entscheidung gefällt haben, in welche europäische Metropole ich ziehen und in welchem Unternehmen und in welcher Stelle ich arbeiten werde. Das heißt also, bis dahin meine Zeit in Deutschland, mit Familie und Freunden voll auszukosten, denn diesmal wird es ein Abschied für immer. Egal, in welche Umstände und Pechsträhnen ich mich im Ausland vielleicht begeben werde, diesmal wird es keine dauerhafte Rückkehr nach Deutschland geben ...

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