[OUTDOOR ADVENTURE: HIKING] Saxony's Switzerland {Kahnfahrt auf der Oberen Schleuse im Kirnitzschtal}.








Nachdem ich euch schon so lang von meinen Plänen zum Wandern erzählt habe, wurde es langsam Zeit, Taten walten zu lassen. Und so ging es vergangenen Samstag auf zum Wandern in den Nationalpark Sächsische Schweiz. Ich startete euphorisch, wurde wahnsinnig genervt und konnte den Tag dann doch noch freudig ausklingen lassen, aber alles nacheinander ...












Der Ausflug wurde von Zuhause aus mit dem Auto gegen 9.15 Uhr am Morgen gestartet. Spätestens als wir auf der Autobahn waren fragte ich mich jedoch, warum ich ausgerechnet an einem Samstag auf die Idee kam, Wandern zu gehen und dann auch noch so spät zu starten. Ich hatte wohl angenommen, dass da die Ferien vorbei waren und das Wetter zunächst noch etwas bewölkt war, nicht so Viele auf dieselbe Idee kämen, Wandern zu gehen. Doch wie hatte ich mich getäuscht, denn schon die Autobahn war ziemlich voll, schließlich standen wir sogar im Stau und kamen erst gegen 11 Uhr an unserem Ziel im Nationalpark Sächsische Schweiz, der Buchenparkhalle in Hinterhermsdorf, an.
Ich hatte mir natürlich schon gedacht, dass wir nicht die einzigen Wanderer sein würden, dass dann doch so viele Touristen unterwegs waren erstaunte mich schon. Alle Ferienwohnungen, Campingplätze und Parkplätze waren belegt und ich konnte mir kaum vorstellen, dass es tatsächlich so viele Urlauber in diese Region zieht. An diesem Tag wurde ich eines Besseren belehrt ...

Wenn ich Wandern gehe, dann möchte ich kaum Menschen und fast nur Natur um mich herum haben und ich sah die Erholung, auf die ich mich so sehr gefreut hatte, schon dahin schmelzen, jedoch durfte ich mich im Laufe des Tages dann doch noch über lang ersehnte Ruhe und Natur pur freuen ...





Wir verloren keine Zeit und starteten gegen 11 Uhr zu unserer Wandertour ab der Buchenparkhalle zu unserem ersten Etappenziel, der Oberen Schleuse.














Die Obere Schleuse wird heute für touristische Kahnfahrten auf dem angestauten Fluss Kirnitzsch genutzt. Am Startpunkt beträgt die Wassertiefe circa einen halben Meter, am angestauten unteren Ende des Beckens bis zu sieben Meter. Früher wurde der Fluss Kirnitzsch für die Holzflößerei angestaut. Davon ist heute, bis auf ein vereinzeltes Sägewerk und dem angestauten Fluss, leider kaum noch etwas zu sehen.

Wir kauften unser Ticket für die historische Kahnfahrt (Kosten: 5,00 € pro Erwachsener und einfacher Fahrt) und beschlossen, da wir das erste Boot verpasst hatten, auch auf das zweite nicht mehr passen würden und es gerade Mittagszeit war, uns noch mit einem kleinen Imbiss für die bevorstehende Wanderung zu stärken. Da immer mehr Touristen am Startpunkt der Kahnfahrt ankamen, war das kleine Picknick schnell vorbei und wir stellten uns in der wartenden Schlange an, um wenigstens in das nächste Boot zu passen und nicht noch mehr Zeit zu verlieren. (In ein Boot passen geschätzt 20 Personen).












Unserem Boot war ein Fährmann zugeteilt, der uns die nächsten circa 20 Minuten das angestaute Flussbecken circa 900 Meter hinunter rudern würde. Er erzählte uns, dass wir uns in der Kernzone des Nationalparks befinden würden und hier seit mehreren Jahrzehnten kein Holz mehr gefällt werden darf. Nur die Schleuse und Wanderwege werden frei gehalten, ansonsten werden umgefallene Bäume liegen gelassen.

Für mich war es, obwohl ich schon einmal hier war, beeindruckend die Natur in ihrer Ursprünglichkeit zu sehen. Die Klamm mit dem angestauten Flusslauf ist wirklich wildromantisch und wir hatten sogar Glück, dass uns, als wir den Flusslauf hinab fuhren, aufsteigender Nebel entgegen kam - perfekter konnte es nicht sein.

































Die Bootsfahrt war wirklich entspannend, bald hatten wir jedoch wieder festen Boden unter den Füßen, als wir unser Ziel am unteren Ende des Flussbeckens erreichten. Wer wasserscheu oder nicht seetüchtig ist, der kann auch entlang des Beckens auf dem Wanderweg laufen. Ich stelle mir dies fast schöner vor, mit dem Blick von oben auf das Flussbecken.

Als wir das Boot verlassen hatten, sollte unsere Wanderung dann erst richtig starten. Es ging ziemlich steil den Berg hinauf, immer der Schlange von Touristen hinterher. Etwas später entlang des Wanderwegs biegen zwei Wege, ein steiler über eine Treppe zwischen Felsspalten und ein weniger steiler, wieder Richtung unserem Ausgangspunkt, der Buchenparkhalle in Hinterhermsdorf ab, sodass uns ein Großteil der anderen Wanderer schon wieder Richtung Parkplatz verließ und wir von nun an den Wanderweg fast für uns allein hatten. Was war ich froh, erst jetzt konnte ich das Wandern in der Natur wirklich genießen und dabei entspannen und den Kopf frei bekommen.

Zu meinem Erstaunen, war der kurze, soeben beschriebene Aufstieg, fast der einzige schwierige Teil, nachfolgend ging der Wanderweg recht eben und ohne größere Anstiege immer oberhalb der Klamm entlang.




Mit dem weichen, sandigen Waldboden unter den Füssen liess es sich wunderbar Wandern.



















































Der Wanderweg war wenig anspruchsvoll, dafür aber landschaftlich sehr schön und ruhig. Wir machten eine einzige kurze Pause, zu der wir unseren mitgebrachten Proviant aus dem Rucksack verzehrten, bevor es schon recht bald wieder weiter ging. Es ging über den weichen Sandboden, Baumwurzeln, entlang Felswände und entlang des Flusses, nur selten begegneten wir anderen Wanderern oder sogar Kletterern. Irgendwann führte der Weg über eine weite Ebene, auf der links und rechts des Weges riesiger, mannshoher Farn wuchs. Die Gegend mutete urzeitlich an. Leider stand die Sonne gerade hoch am Himmel und knallte ziemlich auf diese Ebene, auf der weit und breit kein Schatten spendender Baum zu sehen war. Ab da an, nach circa zwei Stunden Wandern, fiel mir das Wandern nicht mehr ganz so leicht, wohl aber auch, da ich ziemlichen Durst hatte und meine Wanderbegleitung nicht einmal zum Trinken erneut anhalten wollte, da uns ein wenig die Zeit im Nacken saß, denn gegen 16 Uhr wollten und mussten wir unser Tagesziel erreichen.

















































































Der Wanderweg führte sogar durch eine Höhle ...


























Irgendwann wurde der Wanderweg zum Fahrradweg und führte sogar ein kurzes Stück auf tschechischer Seite entlang. Wir mussten uns dann doch recht sputen und ziemlich schnell Wandern. Das fiel allerdings immer schwerer. Obwohl an diesem Tag meine Beine recht leicht waren, hatte ich dann doch irgendwann leichte Schmerzen im Kniegelenk. Und der Durst nach einer Erfrischung, Kaffee und Appetit auf ein Stück Kuchen nahmen jeden Schritt mehr zu.

Unsere Strecke von knapp 20 Kilometern haben wir schnellen Wanderschrittes nach circa vier Stunden und einer kurzen Pause zurück gelegt und erreichten dann doch überraschend noch vor 16 Uhr unser Tagesziel, die Neumannmühle im Kirnitzschtal. Dort kehrten wir zum Kaffee ein und machten uns danach mit dem Auto zurück auf den Heimweg ...











Für mich war die Wanderung ein schöner Einstieg, um mich wieder in dieser Richtung sportlicher zu betätigen. Natürlich sehne ich mich nun nach anspruchsvolleren, steileren und längeren Strecken, für die man die doppelte Zeit unterwegs ist ... Es sind auch schon zwei weitere Ziele in der Sächsischen Schweiz, spätestens im Herbst, geplant ...






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Wer diese Wanderung einmal nachwandern will, für den habe ich hier noch einmal die wichtigsten Fakten im Überblick:



Start: Hinterhermsdorf - Buchenparkhalle
Ziel: Kirnitzschtal - Neumannmühle

Aufstieg: 400 Meter

Abstieg: 575 Meter

Schwierigkeitsgrad: Einfach
Zeitbedarf: 5 Stunden 15 Minuten
Strecke: 17 Kilometer



Ich träume ja immer noch insgeheim von einem Outdoor-Abenteuer im Yosemite Nationalpark in den USA ... oder doch lieber gleich auf meiner Lieblingsinsel: Island. <3



Geht ihr auch gern Wandern? Was und wo war eurer bestes Outdoor-Erlebnis?




Kommentare:

  1. Tolle Bilder!
    Ich geh eigentlich sehr gerne wandern, leider viel zu selten. Aber eigentlich machen wir jedes Jahr eine mehrtätige Tour, zum Beispiel über den Rheinsteig oder auch schon in den Dolomiten.
    Viel Spaß noch beim Wandern!
    Allerliebste Grüße ♥
    Antonia

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    1. Liebe Antonia,

      herzlichen Dank für deinen Kommentar und sorry für die etwas verspätete Antwort.
      In den Dolomiten war ich auch schon, leider nur als Kind, das müsste mal geändert werden. Finde es dort auch sehr schön!
      Meine nächste Wandertour kommt wahrscheinlich im Herbst, sicher wieder in der Sächsischen Schweiz, ich werde hier davon berichten. ;-)
      Weiter weg oder wie du sagst, über mehrere Tage hinweg Wandern, ist natürlich nochmal was ganz anderes. Da kann man sich viel mehr auspowern und abschalten. Zum Kopf frei bekommen und um neue Eindrücke zu sammeln, finde ich es immer wieder toll.
      Genieß das schöne Wetter.


      Liebste Grüße <3
      Sussy

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