BLOGGING | {Why travel blogs became so artificial and unreal?}

by - Thursday, June 09, 2016





Heute möchte ich so etwas wie ein Tabu-Thema ansprechen. Ich liebe es, zu Bloggen und andere Blogs zu lesen, noch immer ist es meine Lieblingsaktivität, mit der ich vor allem meinen Samstag-Vormittag verbringe, kurz nach dem Aufstehen und Frühstück sitze ich mit einer Kaffeetasse in der Hand den ganzen Morgen an meinem Schreibtisch und lese meine Lieblingsblogs.

In letzter Zeit vermisse ich aber immer mehr authentische Blogs und Posts. Früher hatte ich, wenn ich einen Beitrag las, das Gefühl, dass da pur und ehrlich von einem einzigartigen Erlebnis berichtet wurde. Ich stellte mir den jeweiligen Reiseblogger dann immer irgendwo in der staubigen Savanne oder im tropisch heißen Urwald vor, wie er auf einem Felsen oder vor seinem Zelt sitzend seinen Reisebericht verfasste. Doch irgendwie sind diese authentischen Berichte abhanden gekommen, bis auf wenige Ausnahmen natürlich.

Wenn ich heute Reiseblogs lese, dann springt mir als erstes Werbung entgegen, sei es in Form für Reisekoffer oder der Blogger stellt jedes Mal sein Reise-Outfit vor und verlinkt gleich mal die Shops, wo man es nachkaufen kann. Sein Outfit wurde ihm von den jeweiligen Shops kostenlos zugeschickt, gegen eine kleine Erwähnung auf dem Blog natürlich.

Wenn ich heute Reiseblogs lese, dann habe ich das Gefühl, dass der jeweilige Blogger nicht mehr länger über die Erfahrungen und Erlebnisse spricht, die ihm am Herzen liegen und die ihm am meisten bedeuten, sondern nur noch über die, die den Leser am meisten interessieren könnten. Es wird nicht mehr länger nach innen, in das Herz und die eigenen Erinnerungen gesehen, sondern sich nur noch auf das Außen konzentriert. Es wird analysiert, was der Nachfrager gern hören möchte und der Content des Blogs wird dann darauf zugeschnitten. Angebot befriedigt Nachfrage.
Natürlich es ist gut, seine Zielgruppe zu kennen und natürlich ist es schön, ab und zu auf deren Wünsche einzugehen, Leserfragen zu beantworten und mit den Trends der Zeit zu gehen. Dennoch bin ich der Meinung, dass sich Leser immer noch nach authentischen Geschichten sehnen, Erfahrungen, die sie selbst ähnlich machen könnten, positive, aber auch negative Momente.

Wenn ich heute Reiseblogs lese, dann habe ich das Gefühl, dass sie nicht länger authentisch sind, dass sie rund geschliffen werden, bis da keine Ecken und Kanten mehr sind. Es wird an der Oberfläche gekratzt. Es werden Luxusmomente vorgestellt, die sich kein Leser jemals leisten kann und wohl der Blogger selbst auch nicht könnte, wenn er nicht von einem Unternehmen dorthin eingeladen worden wäre. Es werden nur die positivsten der glücklichsten Momente gezeigt und alles andere verschwiegen. Es wird eine Realität geschaffen, die so nicht existiert, die es, wenn überhaupt, nur in Träumen gibt.

Wo, liebe Reiseblogger, sind die echten, authentischen Momente des Lebens und Reisens? Wo sind die Berichte von Momenten, an denen man sich verlaufen hat, an denen die Füße und der Rücken nach stundenlangen Wandertouren schmerzten, an denen man sich von den langen Wanderungen in der Natur das Gesicht verbrannt hat, als man einen Fremden nach dem Weg fragen musste, als man seinen Flug verpasst hat, als die Unterkunft eben nicht den Erwartungen entsprach und man dann irgendwie dennoch das Beste daraus gemacht hat, als man Heimweh hatte, als man sich verloren fühlte, als man ein lokales Essen probierte, das eben mal nicht schmeckte, als man zwei Tage lang damit verbrachte in zahlreichen Zügen und Flugzeugen zu sitzen, nur um in der Destination anzukommen oder eben wieder nach Hause zu kommen, als man von Mücken zerstochen wurde, als das Gepäck so schwer war, dass der Schweiß die Stirn hinunter lief, als die Destination eben doch anders war, wie man sich erträumt hat ... ?



Liebe Blogger da draußen, ich wünsche mir, dass wir irgendwie ein kleines Stück zu unseren Wurzeln zurückkehren, zu mehr Realität und Authentizität, den positiven, aber vor allem auch den negativen Momenten des Reisens, den kleinen Momenten, abseits des ganzen Luxuskrams ...




Ich bleibe jedenfalls den kleinen Momenten des Lebens treu, den Sonnenauf- und untergängen, der frischen Meeresbrise in der Nase, dem duftenden kühlen Gras unter den Füßen, den Sonnenbränden und den verzweifelten Momenten mit dem Stadtplan in der Hand und so vielem mehr.



Sammelt Erfahrungen, Erinnerungen und Momente im Herzen und keine seelenlosen künstlichen Luxustrophäen!





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2 Love notes

  1. Hallo Sussy,
    danke für deinen Post - du schreibst mir aus der Seele!
    Es ist schön, dass tatsächlich noch nicht alle konsumorientiert denken und posten.
    Hoffentlich bleibst du deiner Einstellung Treu! Auf jedem Fall hast du damit einen neuen Leser gewonnen!
    LG, Olaf

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    Replies
    1. Hallo Olaf,

      das freut mich riesig zu hören, vor allem weil der Post hier auch schon eine Weile her ist, geändert hat sich meine Einstellung und die Situation der Reiseblogs aber auch weiterhin nicht, zumindest nach meinem Empfinden. ;-)

      Herzlichen Dank für dein Feedback und ich hoffe ich kann deine Erwartungen erfüllen. Ansonsten freu ich mich auch zukünftig über Feedback, positiv und auch negativ, gern auch falls es spezielle Wünsche zu Posts über Spanien, Zypern, Leben im Ausland oder so geben sollte.



      Liebe Grüße,
      Sussy

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thank you so much for your inspiration. I always try to come back to you here. In case of important questions concerning my blog and/or travel destinations, you are welcome to send me an email to: sussystreasures@gmail.com.

♥ Love, Sussy