DRESDEN-NEUSTADT | GERMANY {Streets & Alternative Christmas Markets}


An einem der vergangenen Adventswochenenden habe ich mich mit einer meiner wenigen besten Freundinnen, die mir in Deutschland nach meiner Zeit im Ausland noch geblieben sind, (ihr ahnt es vielleicht, mit ihr zusammen war ich damals 2008 das erste Mal in Spanien), in Dresden getroffen.
Ich fuhr mit dem Zug in die sächsische Metropole an der Elbe, von meinem Dörfchen auf dem Lande benötige ich circa eine halbe Stunde.
 
In Dresden angekommen wurde ich auch schon von einem freudig, vertrauten Gesicht, das ich viel zu lang schon nicht mehr gesehen habe, am Bahnsteig des Hauptbahnhofs erwartet und herzlich in den Arm genommen. Das war wirklich eine schöne Umarmung, die sich sehr nach "Nach Hause kommen" anfühlte.
 
So richtig geplant für den Tag hatten wir nichts - zumindest ich nicht. Ich wollte einfach ein paar schöne Stunden mit meiner Freundin genießen, für die wir, wie es für Erwachsene so üblich ist, inzwischen leider viel zu selten Zeit haben.
 
Ich war die Ruhe in Person und ließ mich von dem bereits am Hauptbahnhof einsetzenden Trubel an tollwütigen Menschenmassen im Weihnachtseinkaufs - und fressstress nicht davon abbringen. Die Welle an Menschenmassen erfasste uns und spülte uns zunächst in einige Lädchen entlang der Prager Straße.
 
Ganz besonders freute ich mich über meinen ersten Besuch bei Globetrotter. Das war schon ein kleines Abenteuer und ich bewunderte die Schneeschuhe, Outdoor-Kaffeebecher, das große Wasserbecken, in dem man die Schwimmqualität von Kajaks ausprobieren kann, sowie die Regenkabinen, um Regenjacken zu testen. Sicherlich komme ich bald mal wieder, dann mit etwas mehr Zeit. Gedanklich war ich jedenfalls schon unterwegs, zu meinem großen Outdoor-Abenteuer in Kanada oder Alaska.
 
Zwischendurch kaufte ich eine Packung echter Pulsnitzer Kokosmakronen für meine Omi.
 
Eigentlich hatte ich mich auf einen Besuch des mittelalterlichen Weihnachtsmarkts an der Frauenkirche und dem im Stallhof eingestellt. Aufgrund der Menschenmassen fühlten wir beide uns leider nicht wirklich wohl und so war es der wohl beste Entschluss meiner Freundin, an der Hofkirche und am Terrassenufer vorbei über die Augustusbrücke und die Elbe hinüber in die Dresdner Neustadt zu laufen.
Ein paar Mal setzte ich dazu an, meine Kamera aus dem Rucksack zu holen und ein paar Bilder von der traumhaften Kulisse der Dresdner Altstadt, sowie den Dampfschiffen auf der Elbe zu schießen, entschied mich dann aber doch, diesen Moment einfach nur in meiner Erinnerung zu behalten und die Zeit mit meiner Freundin ganz und gar zu genießen.
 
Die Hauptstraße am Goldenen Reiter führte uns direkt auf den Albertplatz zu. Wir spazierten entlang des Augustusmarkts, dem zweitgrößten Weihnachtsmarkt Dresdens. Hier ging es viel entspannter und vor allem idyllischer als in der überlaufenen Altstadt zu und ich war froh, dass wir hier hin geflohen waren.
Kurz bogen wir in einige Seitenstrassen ab, merkten aber schnell, dass die eher etwas für den gehobeneren Gelbdeutel waren, spätestens als ich durch das Schaufenster eines Herrenaustatters sah, in dem es aussah wie im 19. Jahrhundert, die Verkäuferinnen trugen Schlips und es gab sogar einen Butler.
 

 
Zurück auf der Haupstrasse versteckten sich links und rechts unter weißen Pagodenzelten mit goldenen Kuppeln und vielen Lichterketten und sogar Mistelzweigen in den Bäumen großartige kleine Stände, die unter anderem zauberhafte Namen wie "Villa Nordpol" oder "Santa Schmaus" trugen und in entsprechende Welten entführten . Ich erinnere mich auch an einen Schmied, an ein Zelt, in dem es dank orientalischer Teppiche wie in 1001 Nacht aussah und in einem anderen Zelt entdeckte ich eine riesengroße Kuchenglocke mit einem Gugelhupf darunter.
 




 
 

 
Die ganze Zeit über suchte ich jedoch nach meinen heiß geliebten Churros, einem spanischen Spritzgebäck, das ich am liebsten heiß und mit Zucker überstreut esse. An einem Tisch entdeckte ich dann wie tatsächlich jemand ein Gebäck aß, das genauso aussah, leider handelte es sich dabei nur um Waffeln.
 
Zu den Highlights zählte auch ein von Hand angetriebenes Kinderkarussell.
 
 
Oh, fast hätte ich es vergessen. Entlang der Haupstrasse besuchten wir die Dreikönigskirche und den dortigen fairen Weihnachtsmarkt. Es war das erste Mal, dass ich einen Weihnachtsmarkt besuchte, der drinnen statt fand, aber es war doch recht schön, die vielen liebevollen, oft selbst hergestellten Waren, wie beispielsweise bunte Taschen, Ohrringe oder kleine Minibücher aus Pergament, zu bewundern. Zwischendurch gab es auch einen Kaffee und die Sichtung eines Engelchens.
 
Weiter ging es auf die Alaunstraße, nun in der tiefsten Neustadt, zum T-Shirt Festival in der Scheune. Ich erspähte einige Drucke, die es mir sehr angetan hatten, vor allem ein maritimer auf einer Art Seemannsbeutel.
Und auch die nächsten Stunden verbrachten wir damit, durch die bunten Strassen der Dresdner Neustadt zu bummeln.
 

 

 










 
Den Abschluss bildete der Besuch eines ganz besonderen kleinen Weihnachtsmarktes, der im Hinterhof der Prießnitzstrasse 44/46 gelegen ist, an einer alten Fabrik.
Dort herrschte ein ganz besonderes Flair, denn schnell wurde deutlich, dass hier nicht Kommerz und Kaufrausch herrschte, sondern mit viel Liebe und Innovation eine kleine Weihnachtswelt geschaffen wurde. Es gab eine Kerzenzieherei, Händler, die mit einem Bauchladen herum liefen und ich erinnere mich, wie ich durch das Fenster eines Musikinstrumenten-Herstellers schaute und das Gefühl hatte, in das letzte Jahrhundert versetzt zu sein. Es gab sogar eine kleine Bühne, auf der eine junge Frau traumhafte Songs, begleitet von ihrer Gitarre sang. Ich traute mich einfach nicht, diesem Moment seinen Zauber zu nehmen, indem ich ihn filmte.
  



 
 
 
Schlussendlich, nach vielen Stunden auf den Beinen, langen Gesprächen und vielen Neuentdeckungen kehrte ich für ein paar Stunden in das wohlig-warme Zuhause meiner Freundin ein, um mich aufzuwärmen, leckeren Kaffee zu trinken und Weihnachsplätzchen zu vertilgen. Es war ein gelungener Abschluss, um den Tag ausklingen zu lassen, auch wenn ich dann doch noch ganz gern mit zum Eislaufen gegangen wäre. Vielleicht ein nächstes Mal.
So gibt es für mich immerhin einen Grund, mindestens noch einmal in diesem Winter nach Dresden zurück zu kehren.
 

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