SUNDAY THOUGHTS | {1 YEAR AWAY FROM BARCELONA}


Es ist Sonntag Morgen, irgendwann Anfang September. Ich sitze am Frühstückstisch. Draußen ist es nass, kalt und grau, es windet und regnet seit Tagen ohne Unterbrechung. Gefühlt ist von einem Tag auf den anderen der Sommer gegangen und Herbst eingezogen. Mir ist kalt. Es ist dunkel. Gedanken versunken kralle ich mich an meiner Tasse mit heißem Milchkaffee fest, sehne mich immer noch heimlich nach den heiß geliebten Pancakes zum Frühstück, auf die ich seit Monaten schon vergeblich warte.
 
Ich verstehe die Welt nicht mehr. Herbst? Jetzt schon? Der Sommer kann doch nicht schon vorbei sein! Ich habe ihn verpasst, den Sommer. Oder einfach verschlafen, bin durch ihn hindurch Schlafgewandelt. Ich kenne das nicht, dass der Sommer so kurz ist, nach einem Atemzug schon wieder vorbei ist. All die vergangenen Jahre war gefühlt immer Sommer, von März bis November war ich am Strand und durchlief die Straßen Barcelonas in Sandalen und flatternden Kleidern.
 
Ich hatte ihn mir so schön ausgemalt, meinen ersten Sommer seit sieben Jahren, zurück in Deutschland. Dabei habe ich es nicht einmal bis ins Freibad geschafft. Nur ein Mal war ich zu den Filmnächten am Elbufer, kann meine Tagesausflüge in die Stadt und Outdoor-Aktivitäten in der Natur an einer Hand abzählen. Manche Freunde habe ich den ganzen Sommer nicht gesehen.
 
Der Traum vom Sommer ist zerplatzt, wie eine Seifenblase. Das raue frühherbstliche Wetter hat mich wach geküsst, die raue Kälte durchfährt mich von Kopf bis Fuß, ich zitter ein wenig.
Dann beginne ich zu realisieren, dass es nun schon ein Jahr ist. Ein Jahr, seitdem ich Barcelona verlassen habe und zurück in Deutschland bin. Sehnsucht und Heimweh erfüllen mich.
 
Ich kann immer noch nicht sagen, dass ich angekommen, glücklich bin, hier wo ich jetzt bin. Aber zumindest bereue ich es nicht, dass ich nicht wie so Viele in Barcelona hängen geblieben bin, mir jede Nacht um die Ohren schlage als wäre ich 17 und mit 40 wahrscheinlich immer noch in einer WG wohne. 

Das heißt nicht, dass ich Barcelona nicht noch immer vermisse, im Gegenteil, ich kann mir sogar vorstellen eines Tages zurück nach Barcelona zu ziehen.
Aber momentan passe ich dort nicht mehr hin. Ich habe die Stadt 2005, 2008, 2009, 2011 und von 2012 bis einschließlich 2014 erkundet und kenne sie wahrscheinlich so intensiv, wie nur die Wenigsten. Und genau das ist es. Ich habe das Gefühl, dass die Stadt einfach keine Abenteuer mehr für mich bereit hält und genau die sind es, nach denen ich mich momentan sehne.
Ich bin froh, dass ich stark genug war, zu gehen und nicht auf Jemanden zu warten, der nie für mich bestimmt war. Er ist nun nur noch eine Erinnerung, ein Gedanke, Jemand, der mein Leben erhellte, als es zu dunkel geworden war und der viel zu schnell wieder daraus verschwand. Vielleicht hat Vieles gepasst - nur eben der Zeitpunkt nicht.
Irgendwie trage ich ihn immer noch bei mir, die Erinnerungen, er ist wie eine Spur auf meinem Herzen, die niemals verblassen wird. 
 

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