Vom Leben nach BARCELONA und SPANIEN



2 Wochen bin ich nun wieder zurück in Deutschland, nach 3 Jahren dauerhaft in Barcelona und 6 Jahren, in denen ich mindestens den Sommer in Spanien verbrachte. Nach der anfänglichen Euphorie, den sicherlich schönen Wiedersehens-Momenten mit Freunden und Familie und einigen Glückshormonen, die beim Wandern ausgeschüttet wurden, ist schnell Ernüchterung eingekehrt.
Das Wetter bietet alles Andere wie einen goldenen Herbst, es regnet oft, ist nebelig und die Temperaturen belaufen sich auf circa 12 Grad im Durchschnitt, nachts auch schon mal 4 Grad. Irgendwie habe ich mir das alles schöner vorgestellt ... heimeliger, vertrauter, glücklicher. Aber ein Gefühl von Heimat hat sich noch nicht eingestellt - nur ein dünner Schleier verschwommener Kindheits- und Jugenderinnerungen.
Bei den Anderen sah es von Außen betrachtet so leicht aus. Drei weitere Freunde von mir haben fast zeitgleich, auch nach teilweise 3 Jahren in Barcelona, die Rückreise von Spanien in ihr jeweiliges Heimatland beziehungsweise in ein anderes Land vorgenommen - aus verschiedenen Gründen, familiären, beruflichen, gesundheitlichen. Zurück in der Heimat, beziehungsweise im neuen Land geht es ihnen sehr gut, zumindest berichten sie dies und veranschaulichen es anhand traumhafter Herbstbilder auf Bootsstegen und auf Yachten oder beim gemeinsamen Abendessen mit Freunden.
"Wenn sie das können, dann kann ich das auch", dachte ich mir. Aber so einfach ist das nicht.
Vielleicht sollte ich mir mehr Zeit geben, aber es fühlt sich einfach alles so befremdlich und falsch an. Nie habe ich mich mehr als Ausländer gefühlt wie jetzt, in meinem eigenen Heimatland.
Bekannte haben mir berichtet, dass sie nach einem längeren Aufenthalt im Ausland teilweise ein Jahr brauchten, um sich wieder in der Heimat wohl zu fühlen.
"Es ist doch nur für ein paar Monate. Wenn ich das erste Jahr schaffe, dann schaffe ich die anderen auch und die werden schnell vergehen, in zweieinhalb Jahren gibt es dann schon die Möglichkeit, wieder ins Ausland zu gehen...", dachte ich mir, aber immerhin spreche ich hier von Jahren und nicht Monaten. Ich habe den Entschluss gefasst, zurückzugehen, mit dem Ziel einer Weiterbildung, die mich meinem selbst gesetzten Karriereziel näher bringen soll. Ich dachte, wenn ich es jetzt nicht mache, dann nie. Und wenn ich es nie mache, dann würde ich mir mit 40 Jahren wahrscheinlich Vorwürfe machen, dass ich es nicht zumindest versucht habe. Lieber werde ich scheitern, anstatt zu bereuen, es nicht versucht zu haben.
Versuchen wollte ich es. "Arbeiten und zurück nach Barcelona kann ich ja immer...", dachte ich mir.
Aber so einfach ist es nicht, sein Traumunternehmen zu verlassen. Ich hatte Angst, mein Leben lang in der Position festzustecken, in der ich war. Aber wer weiß, vielleicht hätte ich es auch geschafft, in meine Wunsch-Abteilung und in die Wunsch-Position aufzusteigen - aber wer weiß das schon, bei 6.000 Mitarbeitern allein in meiner Position, von denen sicher jeder auch irgendwie weiterkommen will. Viele meiner ehemaligen Kollegen haben genau jetzt Vorstellungsgespräche für höhere Positionen, bei einigen hat es bereits geklappt. Hätte ich nicht einfach diesen Weg einschlagen können? Aber wo wäre die Garantie, dass es klappt? Immerhin kenne ich auch viele Personen, die schon seit 3 Jahren in der gleichen Position feststecken. In der Zeit kann ich mich auch weiterbilden, dachte ich mir.
Oh, wie süß wäre das Leben, wäre ich doch bloß weiterhin in Barcelona, unabhängig, in einer traumhaften Wohnung, mit einem Leben, in dem jeder Tag ein Abenteuer ist und in dem ich mir alles leisten kann. Nun ist mein Leben jedoch ruhig geworden. Ich bin wieder abhängig von bestimmten Personen und Mechanismen und muss lernen zu verzichten. Vorbei ist die Zeit der großen Unabhängigkeit und Abenteuer im Ausland.

Aber vielleicht sind 6 Jahre Spanien auch wirklich erst einmal genug.
Irgendwie zieht es mich in der letzten Zeit eher in die nordischen Länder, Schweden, Irland, Island, obwohl ich mich früher nie für den Norden interessiert habe.
War es nicht doch irgendwie die falsche Entscheidung? Irgendwie fühlt es sich so an, aber es wäre voreilig diese Erkenntnis zu fassen, befinde ich mich momentan doch noch zwischen den Welten schwebend, die Weiterbildung hat noch nicht einmal angefangen. Woher soll ich wissen, ob es mir nicht doch gefallen wird und ich großartige neue Menschen kennenlernen werde?
Außerdem sind negative Erfahrungen schnell verdrängt, so auch mein immer mehr abnehmender Gesundheitszustand in Spanien, der neben dem Alltagsstress und der Hitze einer der Hauptgründe für mich war, Barcelona zu verlassen. Und die eigene Gesundheit ist beim besten Willen nun einmal das wichtigste Gut.
Ich weiß, dass alles, das in meinem Leben passiert, seinen Grund hat, auch wenn es sich negativ anfühlt oder manchmal auch ein negatives Ereignis ist, so bringt es mich jedes Mal einem neuen, schönen Abschnitt näher. Damals mit Zypern war es auch so. Da habe ich auch mehr oder weniger von heute auf morgen Zypern verlassen, einen festen Job und bin zurück in eine ungewisse Zukunft. Ich bedauerte im Nachhinein, dass ich Zypern hinter mir gelassen habe. Heute weiß ich, dass es so kommen musste, damit ich meinen Weg zurück nach Spanien finde.
Also vertraue ich auf mein Schicksal. Und wenn es nicht klappt, dann werde ich diese Gewissheit schon in ein paar Monaten haben und kann mich dann wieder meinen Auslandsabenteuern widmen und eventuell zurück in mein Traumunternehmen gehen und mich dort mit viel Ehrgeiz eben intern hoch arbeiten. Aber zumindest war ich stark genug, es zu versuchen. Was habe ich schon zu verlieren? Diese Chance möchte ich mir nicht entgehen lassen. Ich kann nur an ihr wachsen!

Schmerzend sind nur die Erinnerungen und die vielen lieb gewonnenen Menschen, die ich zurück lassen musste. Jedoch werden die Menschen, die in meinem Leben sein wollen, auch immer einen Weg finden, in diesem zu bleiben!

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