ADIOS BARCELONA | War schön mit dir, aber ich bin dann erstmal weg nach 3 Jahren {Das Wertvollste, das ich besitze, sind meine Erinnerungen}




Wenn ihr diesen Post lest, bin ich bereits zurück in Deutschland, in der Nähe von Dresden.
Ich habe mein Abreisedatum aus Barcelona vor euch, meinen Freunden in Deutschland und in Spanien geheim gehalten, zuletzt auch vor mir, hab ich doch den schon lang gebuchten Flug noch einmal umgebucht und um einige Tage vorgezogen.
Der Flug war zunächst traumhaft. Anders als erwartet verlies ich Barcelona nicht weinend, sondern mit einem Lächeln auf den Lippen, dankbar für diese wunderbare Zeit und voller Vertrauen zu dem, was denn nun alles auf mich zukommen würde.
Auch der Flug war so schön wie noch nie, zumindest vorerst. Über den Alpen hatten wir traumhafte Sicht auf gefaltete Berggipfel und azurblaue Bergseen. Leider hatte ich meine Kamera in meinem Rucksack im Handgepäck, aber so prägte ich mir diesen zauberhaften Anblick allein in meine Erinnerungen ein.
Bis zur Landung in Dresden war alles perfekt. Doch als wir gerade landen wollten, zog der Pilot ruckartig und in einem riesen Tempo das Flugzeug nach oben und flog immer und immer höher anstatt zu landen. Von der Crew an Bord gab es keine Durchsage und anhand der Vielflieger an Bord, die auf einmal ganz still wurden und sich verängstigt am Sitz festkrallten und schweißnasse Hände hatten, realisierte ich, dass da irgendetwas ganz und gar nicht in Ordnung war.
Ich rechnete mit dem Schlimmsten, Flugzeugentführung oder einem Piloten der sich selbst umbringen und einfach so lang fliegen wollte, bis der Treibstoff leer ist, um uns alle mit in den Tod zu reißen. Ja, ich hatte zum ersten Mal in meinem Leben Todesangst. Plötzlich gab es eine hastige Durchsage auf Spanisch, mehr nicht, danach war es wieder minutenlang still.
Ich hatte so viel verstanden, dass es sich um ein Stop-and-Go-Manöver handelte, das notwendig war, weil vor uns ein Hubschrauber auf die Landeplan abgestürzt ist und wir keine Landeerlaubnis bekamen.
Gut 20 Minuten später setzte unser Flugzeug aus den Nebelschwaden kommend doch noch wohl behalten auf und ich war noch nie so froh darüber, wieder festen Boden unter meinen Füßen zu haben.
Nun bin ich zurück. Ob es richtig ist, wird sich zeigen. Eines ist klar, ich bin nicht hier, um zu bleiben, oder weil ich Deutschland vermisst habe. Ich bin hier für eine Pause, um mich zu erholen, den nächsten Schritt zu planen und vor allem einen neuen Karriereschritt zu wagen. Barcelona war traumhaft, ich habe so viele schöne Erinnerungen und so viele großartige Menschen kennengelernt.
Irgendwann habe ich jedoch gemerkt, wie mich die Metropole am Mittelmeer Stück für Stück verschluckt, sie hat mich eingeengt, mir die Luft zum Atmen, mir meine Inspiration genommen. Zum Schluss fühlte ich mich alt, ungesund und leer. Die Schnelllebigkeit und der heiße Sommer haben mich ausgesaugt bis nur noch mein leeres Ich übrig blieb. Ob ich es lernen werde, mich nach 6 Jahren der Freiheit, Leben im Ausland und Reisen, wieder an einen Ort zu binden und mich für viele Jahre einem Projekt zu widmen, wird sich zeigen. Ich habe diesen radikalen Schritt gebraucht - Abstand.
Vielleicht bringt mir dieser mein Urteilsvermögen zurück, vielleicht werde ich irgendwann endlich wissen, wohin ich gehöre, was meine Bestimmung ist.
Ich bereue nichts.

Ich bin so dankbar für 3 Sommer in Lloret de Mar, viele Monate auf Zypern und 3 Jahre in Barcelona. Was mir meine Abenteuer- und Reiselust jedoch verschwiegen hat, ist dieses andere Gefühl, was sie mit sich bringt - das Vermissen.
Ich vermisse meine Wohnung in Barcelona, ich vermisse meine gewohnte Umgebung, ich vermisse die vielen Strandpartys und Abende in den großen Clubs Europas, ich vermisse Ausflüge, ich vermisse die großen offenen Shopping-Malls, ich vermisse mein Büro, ich vermisse meine B-Gurus (Kollegen), ich vermisse meine Kunden, ich vermisse mein Gehalt, ich vermisse es, ein besonderes Leben zu führen, ich vermisse so viele lieb gewonnene Menschen, die ich wohl nie wieder sehen werde.



Wird man Jahre auf mich warten oder wird man mich vergessen?
Werden wir uns je wieder sehen?
Werde ich danach immer noch zurück kehren wollen oder verliebe ich mich in ein neues Land?
Was hält das Schicksal für mich bereit?
Werde ich scheitern?
War es ein Fehler?
Gebe ich gerade meinen Lebenstraum auf?


So viele Fragen und keine Antworten. Die Zeit wird die Antworten Stück für Stück Preis geben.
Ich bin dankbar, für die Erfahrungen, die ich in den vergangenen Jahren während meiner Auslandsabenteuer sammeln durfte, sie haben mich stärker und glücklicher gemacht und zu dem Menschen, der ich heute bin. Vor allem bin ich an Ihnen Stück für Stück gewachsen, oft auch über mich hinaus gewachsen.



Das wertvollste, das ich besitze sind meine Erinnerungen.

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